Kooperieren statt kaufen

Energieversorger suchen Partner für Smart Energy

14. September 2010, 11:35 Uhr   |  Karin Zühlke

»Kooperieren statt kaufen« – so lautet die Strategie der deutschen Energieversorgern bis 2012. 93 Prozent sind auf der Suche nach strategischen Partnern. Der Erwerb von Unternehmen ist dagegen nur noch für jeden fünften Versorger von Interesse. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie »Branchenkompass 2010 Energieversorger« von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Das Interesse an Kooperationen hat sowohl bei großen als auch bei kleinen Versorgern deutlich zugenommen. Damit unterscheidet sich der Energiesektor deutlich von anderen Industriezweigen. Der Grund: Stärker als in anderen Branchen ist im Energiesektor eine Marktsegmentierung zu beobachten. Unternehmen werden künftig gezwungen sein, sich auf ausgewählte Geschäftsbereiche zu konzentrieren. Soll das Angebot aber trotzdem alle Stufen der Wertschöpfungskette abdecken, müssen die Unternehmen sich Partner für eine Zusammenarbeit suchen.

Die Spezialisierung wird vor allem durch die Entwicklung im Bereich Smart Energy vorangetrieben. Sie ist mit einer Vielzahl neuer Produkte und Dienstleistungen verbunden wie beispielsweise Angebote rund um das intelligente Wohnen (Smart Home) und Elektromobilität. Vielen Unternehmen mangelt es zudem an Geld sowie technischem und organisatorischem Know-how, um die mit Smart Metering verbundenen Investitionen umzusetzen. Kooperationen bieten die Möglichkeit, Kosten und Risiken zu minimieren.

Aber auch die zunehmende Wechselbereitschaft der Verbraucher zwingt die Unternehmen zur Zusammenarbeit. 85 Prozent der Befragten planen, bis 2012 Vertriebskooperationen einzugehen. Beispiele wie Clevergy – eine Initiative der kommunalen Energieversorger aus Hannover und Nürnberg – oder energieGUT – ein Zusammenschluss von 18 unabhängigen Stadtwerken – zeigen, wie die Versorger neue überregionale Marken aufbauen. Begehrte Vertriebspartner werden künftig auch Messstellenbetreiber und -dienstleister sein. Sieben von zehn Befragten planen, mit ihnen zusammenzuarbeiten.

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