Neutraler Standard für Smart Home/Smart Grid

KNX und EEBus gründen Allianz für Smart Energy Solutions

17. November 2010, 9:35 Uhr | Heinz Arnold
Die Vertreter der Allianz für Smart Energy Solutions nach der Unterzeichnung des Kommuniqués: Peter Kellendonk, Prof. Dr. Thomas Hartkopf, Lutz Steiner, Heinz Lux (v.l.n.r.)
Die Vertreter der Allianz für Smart Energy Solutions nach der Unterzeichnung des Kommuniqués: Peter Kellendonk, Prof. Dr. Thomas Hartkopf, Lutz Steiner, Heinz Lux (v.l.n.r.)

Die Allianz für Smart Energy Solutions zwischen KNX und dem EEBus will die Basis für die herstellerneutrale globale Schnittstelle im Bereich der Vernetzung des Smart Home mit dem Smart Grid schaffen.

Unterschrieben haben das Kommuniqué Heinz Lux, Direktor der KNX Association International, Peter Kellendonk, EEBus-Vertreter, sowie Prof. Dr. Thomas Hartkopf und Lutz Steiner, Vertreter der Begleitforschung des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projekts E-Energy.
 
»Die Allianz ist ein wichtiger Schritt hin zu der Entwicklung international einheitlicher Energiemanagement-Anwendungen«, sagt Heinz Lux. »Dazu soll der weltweite KNX Standard ISO/IEC 14543 um Smart-Metering- und Smart-Grid-Anwendungen erweitert werden. Mittels dieser Dienste können Energietarife in Zukunft unabhängig vom Anbieter zum Kunden, also in dessen Gebäude oder Haus übertragen werden. So wird ein geräte- und herstellerübergreifendes, kundengerechtes und automatisches Energie-Lastmanagement bis auf Geräteebene möglich.« KNX ist der weltweite Standard für alle Anwendungen im Bereich Haus- und Gebäudesystemtechnik und steuert gewerkeübergreifend, herstellerneutral und bedarfsgerecht Heizung, Beleuchtung, Jalousien, Belüftung, Sicherheitstechnik, Audio/Video sowie zahlreiche weitere Funktionen – sowohl leitungsgebunden bzw. über die vorhandene Stromleitung als auch per Funk und Internet / IP.
 
»Der EEBus ist in erster Linie eine Schnittstelle für Energiemanagement-Funktionen zwischen Energieversorger und Kunde im intelligenten Stromnetz der Zukunft«, sagt Peter Kellendonk, der an der Entwicklung des EEBus federführend beteiligt war. »Dieses Kommuniqué ist die Grundlage für die standardisierte Schnittstelle zwischen der KNX Haus- und Gebäudesystemtechnik mit dem Smart Grid Anwendungen in der Zukunft.« Kellendonk ist aktiver Teilnehmer in der Normung rund um Smart Grid – wie auch in der Entwicklung neuer Technologien, die sich aus diesem Themenfeld ergeben. Kürzlich hat Kellendonk Elektronik das neue Übertragungsmedium KNX PL+ im Powerline-Bereich vorgestellt. Durch eine erhöhte Bandbreite realisiert es die Anforderung an intelligentes Energiemanagement der Zukunft.
 
Als erste Amtshandlung werden die Allianz-Partner einheitliche Smart Energy Anwendungen – sogenannte Use Cases – definieren, daraus Datenmodelle ableiten und eine Semantik entwickeln, um die Interoperabilität intelligenter Energieverbraucher sicher zu stellen. So werden neue Massenanwendungen energieeffizienter Aggregate und Geräte in Gebäuden und Haushalten ermöglicht. Die Allianz zielt darauf ab, den bereits bekannten KNX Kommunikationsstandard zu erweitern und neue Energiemanagement-Funktionen in die weltweite Normierung einzubringen.

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