Video / Bilderstrecke

Autos ohne Fahrer gab es schon vor 50 Jahren

27. September 2018, 15:00 Uhr   |  dpa/Anja Zierler

Autos ohne Fahrer gab es schon vor 50 Jahren
© Continental AG

Das elektronisch gesteuerte Fahrzeug in der Steilkurve des Contidrom.

Schon vor 50 Jahren hat der Reifenhersteller und Zulieferer Continental ein erstes fahrerloses Auto auf die Teststrecke gebracht.

Ziel sei es damals gewesen, Reifen zu testen und reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten, teilte das Unternehmen mit. 

Die Öffentlichkeit staunte im September 1968, mehr als 400 Zeitungen, Zeitschriften und Sender berichteten: »Mit dem Geisterfahrer durch die Steilkurve« oder »Die Zukunft hat schon begonnen«, heißt es zu jener Zeit in den Blättern.

Doch vom autonomen Fahren im heutigen Sinne war das weit entfernt: »Wir haben nicht geahnt, dass so etwa kommt - nicht einmal davon geträumt«, sagte der 76 Jahre alte Herbert Ulsamer, damals ein junger Fahrzeugbau-Ingenieur bei Continental.

Vor gut sieben Jahren hatte Google mit der Vorstellung seiner Roboterwagen-Flotte die Autobranche nervös gemacht. Inzwischen arbeiten Dutzende von Unternehmen an Technologien für autonomes Fahren: Autohersteller, Zulieferer, Start-ups und Tech-Unternehmen wie Apple, Samsung, Alibaba oder Uber. Als besonders weit gilt die Google-Schwesterfirma Waymo.

50 Jahre fahrerloses Fahren

Hans-Jürgen Meyer am Leitstand des elektronisch gesteuerten Fahrzeugs.
Im Kofferraum des elektronisch gesteuerten Fahrzeugs befanden sich die Steuerelektronik (1) und die elektropneumatische Bremsanlage (2).
Das elektronisch gesteuerte Fahrzeug in der Steilkurve des Contidrom.  Aufnahme von 1968

Alle Bilder anzeigen (12)

Was ist das Contidrom?

Das Contidrom in Jeversen ist der Prototyp aller Reifenteststrecken von Continental. Bei seiner Eröffnung (1967) stand zunächst das Hochgeschwindigkeitsoval mit seiner Länge von 2,8 km zur Verfügung; die anderen Strecken wie der Nasshandlingkurs und die Trockenhandlingstrecke, jeweils 1,8 km beziehungsweise 3,8 km lang, kamen in weiteren Ausbaustufen der Testanlagen dazu. Seit 2012 ermöglicht die „AIBA-Halle“ (für Automated Indoor Braking Analyzer) wetterunabhängige automatisierte Tests. Seit Bau des Contidroms hat Continental in der Südheide rund 1,3 Millionen Reifen getestet.

Was ist aus dem ersten fahrerlosen Reifen-Testfahrzeug von 1968 geworden?

Nach zahlreichen Umbauten und tausenden von Testfahrten wurde der Mercedes Benz 250 Automatik im Jahr 1974 stillgelegt. Im Internet dreht er weiter seine Runden: Einen Einblick gibt’s im Video.

(für Smarterworld: Anja Zierler)

-1

Am 11. September 1968 ging auf der Teststrecke Contidrom in der Lüneburger Heide das erste elektronisch gesteuerte fahrerlose Auto von Continental an den Start.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

E-Mobile bleiben im Sommer cool
»Transformers-Truck« spart bis zu 25 Prozent Energie
Ein (fast) emissionsfreier Verbrennungsmotor ist möglich
High-Power-Charging wird alltagstauglich
Zuverlässige Fahrbahnerkennung ist möglich
Osram und Continental gründen Joint Venture

Verwandte Artikel

dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, Continental AG, Continental Automotive GmbH