Spitzenforschung

High-Tech Lithium-Ionen-Forschung in Ulm

26. September 2014, 10:51 Uhr | Hagen Lang
ZSW Batteriematerialien
© ZSW

Das Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff‐Forschung Baden‐Württemberg hat einen 3.600 qm2 großen Bereich zur Produktion automobiltauglicher Lithium-Ionen-Zellen errichtet, der Aktivmaterialien herstellt, Komponenten evaluiert und die seriennah große Lithium-Ionen Akkus produziert.

Ab Januar 2015 starten in der Ulmer Forschungsplattform BASF, BMW, Daimler, Elring Klinger, Manz, Robert Bosch, Rockwood Lithium, SGL Carbon und Siemens mit der Evaluierung und Produktion von Batterie-Komponenten und Groß-Lithium-Akkus.

Die Anlage erlaubt Unternehmen neue Verfahren und Komponenten in einer prozessicheren Prozessumgebung zu erproben. Täglich können mehrere hundert Zellen mit reproduzierbar hoher Qualität produziert werden. Batteriematerialien können evaluiert und demonstriert, Fertigungstechnologien im Anlagenverbund optimiert werden. »Mit der vorwettbewerblichen Forschungsplattform werden direkt die Blaupausen für die kommerzielle Fertigung generiert«, so Tillmetz.

Die Forschungseinrichtung bietet alles für die seriennahe Herstellung automobiltauglicher Zellen: Eine temperierbare 60- Liter-Mischanlage zur Herstellung der Elektrodenpasten, eine doppelstöckige Elektrodenbeschichtungsanlage zur beidseitigen Beschichtung mit 500 Millimetern Beschichtungsbreite, sowie einen Präzisionskalander für die Verdichtung der Elektroden. Auf eine Taktzeit von einer Zelle pro Minute ist die voll automatisierte Zellassemblierung in einem 200 Quadratmeter großen Trockenraum und die daran anschließende Befüll- und Aktivierungsanlage ausgelegt.. Zur ebenfalls vollautomatischen Zellformierung steht auf 70 Quadratmetern Fläche ein sauerstoffreduzierter Raum mit 240 temperierbaren Zyklisierplätzen sowie 1.920 Lagerplätzen zur Verfügung.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka, aus deren ministeriellen Schatullen das Projekt mit 25,7 Millionen Euro Steuergeldern unterstützt wurde, erklärte zur Begründung anlässlich der Anlagen-Eröffnung: »Wir wollen Innovationsweltmeister werden. Das gilt besonders bei der modernen Batterieproduktion. Sie ist die Voraussetzung für Elektromobilität‚ Made in Germany«.


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