Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB)

EMIL@BESSY II »Power-to-X«-Projekt

23. November 2016, 16:31 Uhr | Hagen Lang
EMIL
Das neue Energy Materials in situ Laboratory (EMIL) mit direktem Zugang zum Röntgenlicht von BESSY II wurde am 31. Oktober eröffnet.
© HZB

Ohne Speicher keine Energiewende. Dies schwant 16 Jahre nach dem ersten EEG auch der Bundesregierung und sie zieht mit dem »Power-to-X« (P2X) »Kopernikus-Projekt« alle Register, um möglichst viele und bezahlbare Speicherungsmöglichkeiten für Regenerativ-Strom erfinden zu lassen, u.a. im HZB.

30 Millionen Euro fließen über 10 Jahre in 17 Forschungseinrichtungen, 26 Industrieunternehmen sowie weitere Verbände in der ersten Phase des Projektes »Power-to-X«, mit dem das Bundesforschungsministerium jetzt schnell messbare Erfolge in der Entwicklung von Speichern für fluktuierenden Regenerativstrom erreichen will.

8,3 Millionen Euro steuern Industriepartner zu dem von der RWTH-Aachen, dem Forschungszentrum Jülich und der DECHEMA koordinierten Projekt zusätzlich bei. Die Zeit drängt: 16 Jahre nach Verabschiedung des EEG sind bezahlbare Speicher für die Mengen des deutschen Regenerativstroms nicht absehbar.

Das »Power-to-X«-Programm ist deswegen sehr weit ausgelegt und fördert die Erforschung und Entwicklung der Umwandlung von Überschussstrom in verschiedene gasförmige oder chemische (Grund-)Stoffe, die danach gespeichert und als Treibstoffe oder Chemieprodukte genutzt werden können.

Am Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH wird das gerade eröffnete Energy Materials In-Situ Laboratory Berlin (EMIL) seine neuen Anlagen zur Synthese und Charakterisierung von Stoffen zur Verfügung stellen.

»Innerhalb des Projektes werden wir die vielseitigen und komplementären Analysemöglichkeiten im EMIL-Labor nutzen, um die chemischen und elektronischen Eigenschaften der von den Projektpartnern entwickelten Katalysatoren zu untersuchen«, erläutert Marcus Bär, der die P2X-Aktivitäten am HZB koordiniert.

Im Forschungsfokus stehen die Veränderungen von Katalysatormaterialien in Elektrolyten unter realen Arbeitsbedingungen, was wichtig ist, weil katalytisch aktive Spezies oft erst im Betrieb entstehen und ihre Stabilität über die Alterung und Lebensdauer von Elektrolyseuren entscheidet.

»Wir werden im Rahmen des Kopernikus-Projekts die experimentellen Anlagen des EMIL-Labors nochmal erweitern, um solche ‚operando‘ Untersuchungen unter echten atmosphärischen Bedingungen zu ermöglichen«, erklärt Bär.


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