Smartes Nahverkehrskonzept

Baukonzern baut Magnetschwebebahn

19. August 2021, 15:51 Uhr | dpa (kv)
Max Bögl
Mit der leisen und effizienten Magnetschwebetechnologie bietet das vollautomatisierte Transport System Bögl im Güterverkehr eine emissionsarme Alternative zum Verkehr auf der Straße.
© Max Bögl

Der Transrapid ist tot – die Magnetschwebebahn nicht. In der heimischen Oberpfalz testet der Bögl-Baukonzern auf einer kurzen Schwebestrecke eine neue Art des Gütertransports. Sie ist leise, platzsparend, emissionsarm, flexibel und zuverlässig.

Mit seinem Nahverkehrssystem Transport System Bögl (TSB) will das Unternehmen Max Bögl ein Angebot für verkehrsreiche Logistikzentren machen, um Container schnell befördern zu können. Das TSB braucht nur wenig Platz und bietet eine emissionsarme Alternative zum straßengebundenen Verkehr. Bereits in China erprobt wird die für Menschen gedachte Version der Bögl-Bahn.

Mit dem 2008 gescheiterten Projekt einer Transrapid-Strecke zwischen dem Münchner Flughafen und dem Hauptbahnhof hat die neue Magnetschwebebahn laut Unternehmen nichts zu tun: »Während der Transrapid auf den Höchstgeschwindigkeitsverkehr für Fernstrecken ausgelegt ist, ist das TSB für den Nahverkehr optimiert. Beide Systeme unterscheiden sich grundlegend«, so ein Unternehmenssprecher. Eine 3,5 Kilometer lange Demonstrationsstrecke seines Nahverkehrssystems hat Bögl mit einem einheimischen Partner in der chinesischen Großstadt Chengdu gebaut.

Die Magnet-Güterbahn kann laut Bögl mit einer Taktfolgezeit von 20 Sekunden bis zu 180 Container pro Stunde bei Geschwindigkeiten von 150 Stundenkilometern transportieren. Das Unternehmen sieht sein System langfristig sogar als möglichen Ersatz für Lkw.

Auch in Hamburg wird derzeit eine 120 Meter lange Teststrecke für den ITS World Congress gebaut. Vom 11. bis 15.Oktober 2021 können Besucher dort den Umschlag vom LKW auf das TSB Cargo sowie dessen leisen Fahrbetrieb auf dem Gelände des Cruise Center Steinwerder erleben. Die Demonstrationsstrecke wird in Verbindung mit einer Machbarkeitsstudie, die die Hamburg Port Authority (HPA) gemeinsam mit Max Bögl von einem unabhängigen Büro durchführen lassen wird, die Basis für Realanwendungen der Technologie im Logistikbereich bilden. 


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