Power-to-Gas

Hamburg nimmt PEM-Power-to-Gas-Anlage in Betrieb

16. Oktober 2015, 16:13 Uhr   |  Hagen Lang

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan hat die weltweit modernste und gleichzeitig kompakteste Power-to-Gas-Anlage auf dem HanseWerk-Innovationsgelände in Hamburg in Betrieb genommen. Mit bis zu 1,5 MW Leistung speist die Anlage aus Windstrom hergestellten Wasserstoff in das Gasnetz ein.

»Wie wird Windstrom sinnvoll gespeichert und vielfältig nutzbar? Die Power-to-Gas-Anlage, die hier in Betrieb geht, gibt auf diese Frage eine vielversprechende Antwort. Sie ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende. Bei diesem Jahrhundertprojekt spielt Hamburg als Wirtschafts- und Innovationsstandort eine maßgebliche Rolle, diese Rolle wollen wir noch weiter ausbauen«, sagte Umweltsenator Kerstan.

Die Anlage verwendet die PEM-Elektrolyse (PEM: Protonen-Austausch-Membran), mit der ein effizienteres Verfahren als bisher möglich ist und trägt dazu bei, die Power-to-Gas-Technologie technisch und wirtschaftlich weiter zu optimieren. Mit einer Größe von ca. 55 x 70 x 90 cm handelt es sich um die weltweit kompakteste Einheit in der 1,5 Megawatt-Leistungsklasse. Dabei müssen weder Abstriche bei Effizienz noch Dynamik gemacht werden. Die hohe Dynamik des Systems ist ideal für das Zusammenspiel mit Wind und Sonnenenergie.

Initiiert wurde das Projekt von einem Konsortium bestehend aus E.ON und Industrie- sowie Forschungspartnern. »Das verbesserte Verfahren der PEM-Elektrolyse wird sowohl die technischen als auch die wirtschaftlichen Bedingungen für die Umsetzung des Power-to-Gas‐Konzeptes optimieren und leistungsfähige Perspektiven für das Geschäftsmodell als kosteneffizientes und umweltfreundliches Verfahren zur Speicherung Erneuerbarer Energie eröffnen«, sagt Peter Klingenberger, Sprecher der Geschäftsführung der E.ON Gas Storage. »Die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff für Industrie, Mobilität sowie Strom- und Wärmemarkt ermöglicht die CO2-neutrale Energienutzung auch außerhalb des Stromsektors«, so Klingenberger weiter.

Der PEM-Elektrolyse-Stack ist ein Prototyp und wurde eigens für das Hamburger »WindGas«-Projekt entwickelt. Im Vergleich zur alkalischen Elektrolyse verspricht die PEM-Elektrolyse bei kompakterer Bauweise einen dynamischeren Betrieb sowie geringere Energieverluste. Nach dem Anschluss des Stacks an das Strom-, Gas- und Wassernetz und eichrechtlicher Abnahme der Wasserstoff-Einspeiseanlage durch unabhängige Sachverständige kann der Regelbetrieb beginnen. Die Projektpartner E.ON Gas Storage GmbH, HanseWerk AG, Hydrogenics GmbH, SolviCore GmbH, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme werden die PEM-Elektrolyse im Praxistest erproben.

 

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