Wärme, Biogas & Power2Gas

Viessmann Unternehmen testet Verwertung von Überschuss-Windstrom

29. März 2017, 17:12 Uhr   |  Hagen Lang

Viessmann Unternehmen testet Verwertung von Überschuss-Windstrom
© TU Wien

Power2Gas soll Überschussstrom aus Windkraftanlagen verwerten - und auch davon leben können.

Das Viessman Unternehmen MicrobEnergy GmbH ertüchtigt im Rahmen des »enera«-Schaufensters des Bundesförderprogramms SINTEG Wärmeerzeugungs-, Biogas- und Power2Gas-Anlagen soft- und hardwareseitig um über eine Smart Data Service Plattform an einer geplanten Marktplattform ihre Energien zu vertreiben.

Die 75 Partner aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, die im Januar das Verbundprojekt enera als Teil des mit 200 Millionen Euro geförderten SINTEG-Programmes gestartet haben, versuchen in der Windkraftregion Niedersachsen das Stromnetz durch regionale Systemdienstleistungen lokal zu stabilisieren und dadurch hohe Einspeiseanteile erneuerbarer Energien zu realisieren.

Das Viessmann Unternehmen MicrobEnergy wird dazu Biogasanlagen, Power2Gas- und Wärmeerzeugungsanlagen ertüchtigen. Bis zu drei Biogasanlagen sollen so aufgerüstet werden, dass sie netzdienliche Flexibilität zur Verfügung stellen können. Auch die Substratversorgung der Anlagen soll den Flexibilisierungsanforderungen angepasst werden.

Rund 20 Haushalte stattet die MicrobEnergy im Rahmen der Arbeitsgruppe IVES mit Elektroheizeinsätzen aus, die mit Kommunikationstechnik ausgestattet, in Fällen von Windstromüberschüssen diese aufnehmen können. Auf Basis von Wärmebedarfsprognosen und enera-spezifischen Marktanforderungen wird für die Wärmeerzeuger ein Fahrplan erstellt, der ohne Komforteinbußen flexible Lastverschiebungen und die Nutzung von Strom im Wärmemarkt ermöglichen soll.

Projektschwerpunkt ist bis 2018 die Errichtung einer Power2Gas-Anlage am Standort von ENERCON, Deutschlands größtem Windenergieanlagenhersteller. Die vom Viessman Tochterunternehmen Carbotech GmbH bereitgestellte Anlage wird Windkraft-Überschussstrom zunächst in Wasserstoff und anschließend durch biologische Methanisierung in Methan umwandeln und ins Erdgasnetz einspeisen. Die angrenzende Kläranlage Aurich-Haxtum liefert das benötigte CO2.

Die im Vollastbetrieb 50 m3 synthetisches Erdgas liefernde Anlage wird zudem über zwei Jahre von MicrobEnergy energiewirtschaftlich evaluiert und soll von dort auch hinsichtlich valider Geschäftsmodelle beraten werden.

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