Trauer um Windkraft-Pionier

Enercon-Gründer Aloys Wobben gestorben

Aloys Wobben Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Genialer Ingenieur mit Weitsicht und Wagemut: Im Alter von 69 Jahren ist Windkraft-Pionier Aloys Wobben verstorben.
© Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Die Windkraftindustrie hat einen ihrer Pioniere verloren: Aloys Wobben, der Gründer des Windkraftanlagenbauers Enercon, ist im Alter von 69 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben.

Mit großer Trauer hat die Windkraft-Community die Nachricht vom Tod Aloys Wobbens, der am 3. August 2021 verstorben ist, aufgenommen. Der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Alexander Bonde, würdigte den Enercon-Gründer Wobben als »genialen innovativen Ingenieur mit bemerkenswerter Weitsicht und unvergleichlichem unternehmerischem Wagemut«.

Wobben habe den Weg geebnet für eine Welt der erneuerbaren Energien. »Die Entwicklung der ersten getriebelosen Windenergieanlage wird immer mit seinem Namen und der Firma Enercon verbunden bleiben«, so Bonde. Diese Erfindung war nach den Worten des DBU-Generalsekretärs ein Meilenstein für Windkraft und Umweltschutz. Wobben sei im besten Sinn ein Pionier gewesen. »Er war ein Entrepreneur für Umweltschutz, hat Arbeitsplätze in einer strukturschwachen Region geschaffen – und sich zu einer Zeit für erneuerbare Energien eingesetzt, als die Zeichen noch auf Atomkraft standen«, würdigt Bonde den verstorbenen Wobben.

Erste getriebelose Windenergieanlage bedeutete den Durchbruch

Wobben stammt von einem Bauernhof im emsländischen Rastdorf, wo er 1952 geboren wurde. Nach einer Ausbildung zum Elektromaschinenbauer und anschließendem Studium der Elektrotechnik gründete er im Alter von 32 Jahren die Firma Enercon. Sie sollte nach bescheidenen Anfängen 1984 im Laufe der Zeit zu einem der größten deutschen Unternehmen der Windkraftindustrie werden. Schon acht Jahre nach Firmengründung sei Wobben mit Enercon ein wahrer Coup an Ingenieurskunst gelungen, so Bonde. Die erste getriebelose Windenergieanlage E-40/500 bedeutete tatsächlich den technologischen Durchbruch.

Enercon ist mittlerweile der größte deutsche Onshore-Anbieter für Windenergie und hat nach eigenen Angaben bislang weltweit mehr als 30.000 Windkraftanlagen gebaut. Bereits vor fast zehn Jahren hatte sich Wobben wegen seiner Krankheit aus dem Unternehmen zurückgezogen und seine Firmenanteile einer nach ihm benannten Stiftung übertragen. Wie sehr Wobben vom Engagement für eine lebenswerte, zukunftsfähige Erde beseelt war, zeigt ein Zitat, das ihm zugeschrieben wird: »Zum Erhalt der Schöpfung beizutragen mit meinen Fähigkeiten, ist mein Auftrag, damit unser Planet bewohnbar bleibt.«


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