EIB kofinanziert drei Pilotparkfarmen

Finanzspritze für schwimmende Offshore-Windkraftanlagen

25. Juli 2022, 12:10 Uhr | Kathrin Veigel
EIB Offshore Windkraftanlage
Die EIB kofinanziert drei Pilotparksfarmen für schwimmende Offshore-Windkraftanlagen mit einer Gesamtsumme von 210 Millionen Euro.
© agrarmotive/Adobe Stock

Die EIB unterstützt finanziell die Errichtung von drei Pilotparks für schwimmende Offshore-Windkraftanlagen vor der französischen Mittelmeerküste. Die Projekte sollen die Energiewende in Frankreich beschleunigen und die Entstehung einer neuen Generation von Offshore-Windkraftanlagen fördern.

Die schwimmenden Windkraftanlagen, die jeweils auf unterschiedlichen Technologien basieren, werden mithilfe von Unterwasserkabeln am Meeresboden verankert. Dadurch können sie weiter von der Küste entfernt in Gebieten mit optimalen Windverhältnissen errichtet werden, was den ökologischen Fußabdruck der Projekte verringert.

Die drei von der französischen Agentur für Umwelt und Energie (ADEME) initiierten und von der Europäischen Investitionsbank (EIB) mitfinanzierten Demonstrationsprojekte haben bereits einen Erfahrungsaustausch ermöglicht, der für die Zukunft des Sektors der schwimmenden Offshore-Windkraftanlagen von großer Bedeutung ist und Frankreich an die Spitze der Entwicklung dieser Technologie setzt.

Das erste Projekt, das am weitesten östlich liegt (40 km vor der Küste von Marseille), wird mit einem Darlehen der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 50 Millionen Euro unterstützt. Die Mittel werden in die Planung, Entwicklung, den Bau, die Inbetriebnahme, den Betrieb und die Stilllegung des Windkraftprojekts investiert, das aus drei Turbinen mit einer Kapazität von 25 MW besteht, die auf Schwimmkörpern installiert werden. Das Projekt soll 2023 in Betrieb genommen werden und wird von der Europäischen Kommission, der Europäischen Union (Programme NER 300 und EFRE) und der Région Sud im Rahmen der InnovFin-Komponente »Demonstrationsprojekte im Energiesektor« unterstützt.

Das zweite, vom unabhängigen Stromerzeuger Qair entwickelte Projekt mit dem Namen Eolmed wird mehr als 18 km vor der Küste von Narbonne im Departement Aude in der Region Okzitanien angesiedelt. Es wird mit 85 Millionen Euro von der EIB unter dem Mandat des Europäischen Fonds für Strategische Investitionen (EFSI) der Europäischen Kommission finanziert. Der Bau wird im Herbst 2022 beginnen, der Park soll Mitte 2024 in Betrieb gehen. Er wird aus drei Vestas-Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils 10 MW und einer Gesamtkapazität von 30 MW bestehen, die auf Halbtauchern mit Schwimmkörpern installiert werden. Sie werden über ein Unterwasserkabel mit dem französischen Übertragungsnetz für Elektrizität Réseau de Transport d’Electricité (RTE) verbunden.

Das westlichste Projekt, die schwimmenden Windkraftanlagen im Golfe du Lion (Éoliennes flottantes du Golfe du Lion), wird von den beiden Aktionären Ocean Winds, einem Joint Venture der portugiesischen EDP Renewables und des Energieversorgers Engie sowie der Banque des Territoires der Caisse des Dépôts-Gruppe (CDC) verwaltet. Das Projekt mit drei 10-MW-Windkraftanlagen von Vestas, die auf Schwimmkörpern mit der von Principle Power entwickelten WindFloat-Technik installiert werden, ist eine Nachbildung des von der EIB finanzierten WindFloat-Atlantic-Projekts in Portugal. Der schwimmende Windpark befindet sich mehr als 16 km vor der Küste von Leucate (Departement Aude) und Le Barcarès (Departement Pyrénées-Orientales), wo das Meer eine Tiefe von 70 Metern erreicht, und wird von der EIB mit 75 Millionen Euro finanziert, ebenfalls im Rahmen des EFSI-Mandats. Die Anlagen sollen Ende 2023 zu Wasser gelassen werden.

Für die EIB gehören diese Investitionen, die Innovation und den Kampf gegen die globale Erwärmung miteinander verbinden, zu ihren wichtigsten Prioritäten und spielen eine zentrale Rolle für die Ziele des Europäischen Grünen Deals, die Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 55 Prozent zu senken und bis 2050 CO2-neutral zu werden.

Die EIB verfügt über anerkanntes Know-how bei der Finanzierung von Offshore-Windkraftanlagen – sowohl was schwimmende als auch fest auf dem Meeresboden verankerte Anlagen betrifft – und generell im Bereich der erneuerbaren Energien, die einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen leisten. Bereits 2018 finanzierte sie mit 60 Millionen Euro WindFloat Atlantic, das erste schwimmende Offshore-Windkraftprojekt Kontinentaleuropas, das vom Windplus-Konsortium (Ocean Winds, Repsol, Principle Power) vor der Küste Portugals verwaltet wird.


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