Power-to-Gas

Hybridkraftwerk Prenzlau beginnt mit Wasserstoffeinspeisung

08. Dezember 2014, 15:50 Uhr   |  Hagen Lang

Hybridkraftwerk Prenzlau beginnt mit Wasserstoffeinspeisung
© Roemer-Grafik.de

»Für die Herausforderung einer bedarfsgerechten Einspeisung von Erneuerbaren Energien hat die ENERTRAG AG mit dem Hybridkraftwerk eine innovative Lösung gefunden«, lobte Bundeskanzlerin Merkel 2009 im Beisein von Matthias Platzeck und des ENERTRAG-Vorstandes das Konzept des Hybridkraftwerkes.

Das Hybridkraftwerk Prenzlau beginnt im Dezember mit der Einspeisung von mittels Windenergie hergestelltem Wasserstoff in das Gasnetz von ONTRAS. Vorerst können 8.000 Greenpeace-Energy-Kunden das »Windgas« nutzen.

Nachdem sich die ursprünglich für Mitte 2012 vorgesehene Gas-Einspeisung immer wieder verzögert hatte, wird Anlagenbetreiber Enertrag die Einspeisung diesen Monat beginnen. Drei Windenergieanlagen mit je 2MW Nennleistung sind über ein Mittelspannungskabel mit der Elektrolyseanlage verbunden, sowie mit dem Umspannwerk Bertikow, das direkt in das 220kV-Hochspannungsnetz der 50 Hertz Transmission GmbH einspeist.

Das Hybridkraftwerk Prenzlau hat eine Eingangsleistung von 500 kW_el und produziert bis zu 120 m³/h H2. In eigenen Wasserstoffspeichern, aber auch im Erdgasnetz der ONTRAS, kann Wasserstoff zwischengespeichert werden, bevor er weiterverbraucht wird, z.B. in der geplanten Wind-Wasserstoff-Tankstelle am Berlin-Brandenburg Großflughafen. Der Ferngasnetzbetreiber ONTRAS Gastransport GmbH betreibt in Deutschland das zweitgrößte Hochdrucknetz mit 7.200 km Leistungslänge.

Zwei Blockheizkraftwerke wandeln ein Gemisch aus Wind-Wasserstoff und Gas aus vergorener Biomasse in Elektrizität und Wärme um, die als Fernwärme zu den Kunden geleitet wird. Der Enertrag-Strom wird durch ein 220/100kV Umspannwerk und sechs 110/20kV Umspannwerke in das europäische Verbundnetz gespeist.

Das Hybridkraftwerk soll insbesondere dazu beitragen, die volatile Stromerzeugung aus Windenergieanlagen mit den Lastprofilen des Marktes zu synchronisieren. Wird mehr Strom produziert als verbraucht wird, müssen die Windkraftanlagen trotzdem nicht abgeschaltet werden, bzw. verursachen nicht zwangsläufig einen Strompreisverfall oder negative Strompreise. Stattdessen wird mit dem Windstrom Wasserstoff hergestellt und zum späteren Verbrauch gespeichert. Liegt der Energieverbrauch in bestimmten Zeiten höher als die Stromproduktion der Windkraft, kann auf das gespeicherte »Windgas« zurückgegriffen werden. Bei weiter sinkenden Kosten könnte Power-to-Gas, so die Hoffnung, langfristig eine Lösung für die Energiespeicher-Probleme der Energiewende darstellen.

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