AEE

Der Lanzeitspeicherbedarf soll geringer sein als angenommen

2. März 2015, 14:50 Uhr | Hagen Lang
Der Elektrolyseur wird am Standort Ibbenbüren installiert
Installation eines Elektrolyseurs am RWE-Standort Ibbenbüren.
© RWE Deutschland

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat in einer Metastudie 15 wissenschaftliche Arbeiten hinsichtlich des prognostizierten Bedarfs an Speichertechnologien für Deutschland untersucht. Die Verwirklichung des Strombinnenmarktes mache Langfristspeicher erst ab 60 Prozent erneuerbarer Energien nötig.

Während Kurzzeitspeicher wie Pumpspeicher und Batterien bald unverzichtbar würden, seien Langzeitspeicher wie die Power-to-Gas-Technologie erst ab einem Anteil erneuerbarer Energien von 60 bis 80 Prozent notwendig. Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, erklärt: »Die neue AEE-Metaanalyse zeigt, dass der Ausbau der Stromnetze für einen verstärkten nationalen und internationalen Lastausgleich eine Flexibilitätsoption ist, die aus Kostengründen hohe Priorität genießen sollte.«

Vohrer weiter: »Dennoch kommt der Entwicklung von Speichern für die Energiewende perspektivisch eine große Bedeutung zu. Bei Batterien zeichnet sich aktuell eine hohe Entwicklungsdynamik ab und die Power-to-Gas-Technologie ist interessant, weil sie nicht nur für den Stromsektor relevant ist, sondern erneuerbare Energien auch verstärkt für Wärme, Verkehr und Chemie nutzbar machen kann.«

Die wichtigsten Variablen in der Gleichung mit vielen Unbekannten sind die technologischen Fortschritte der derzeit noch unrentablen Speichertechnologien, die Entwicklungen des nationalen und internationalen Netzausbaus sowie die Potentiale des Lastmanagements.

Power-to-Gas, die elektrolytische Umwandlung von Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff unter Stromzufuhr sowie optional die anschließende Methanisierung, identifizieren zehn von der AEE betrachteten Studien als einzige Option zur Langzeitspeicherung von Energie. Alle derzeit 14 Power-to-Gas-Pilotanlagen Deutschlands sind aber noch weit von der Wirtschaftlichkeitsschwelle entfernt.

Wenn der Ausbau der Netze neue Flexibilisierungsoptionen eröffne, verschiebe sich der Ausbau der Langzeitspeicher zeitlich nach hinten, so die AEE. Philipp Vohrer: »Um Schwankungen der Stromerzeugung aus Wind und Sonne abzufedern, stehen mit steuerbaren Erneuerbaren Energien, Lastmanagementoptionen, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und Kurz- und Langfristspeichern eine umfangreiche Anzahl von Flexibilitätsoptionen zur Verfügung, um auch in einem klimaneutralen Energieversorgungssystem Versorgungssicherheit zu gewährleisten«.

Die AEE Metaanalyse sowie eine Überblicksstudie zum Stand der Speichertechnologien in Deutschland stehen zum Download bereit.


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