Neue Roadmap vom VDE FNN

Klimaschutznetz als Ausweg aus Energiekrise

31. März 2022, 17:53 Uhr | Kathrin Veigel
VDE FNN Klimaschutznetz
Laut VDE FNN ist ein Klimaschutznetz bis 2030 realisierbar.
© VDE FNN

In seiner aktuellen Roadmap zeigt VDE FNN auf, dass durch die enge Verzahnung von rechtlichen Vorgaben, Marktanpassungen und Technik-Rollout ein beschleunigter Um- und Ausbau des Energieversorgungssystems möglich ist – für mehr Unabhängigkeit von Energieimporten, die derzeit mehr denn je nötig ist.

Der aktuelle Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat Auswirkungen auf alle Ebenen der Gesellschaft. Unter anderem zeigt sich deutlich, wie abhängig auch die Energieversorgung in den letzten Jahrzehnten von Importen geworden ist. Heike Kerber, Geschäftsführerin des VDE FNN, stellt dazu fest: »Aktuell importieren wir gut zwei Drittel unseres gesamten Energiebedarfs aus dem Ausland. Wenn wir uns derzeit um kurzfristige Alternativen bemühen, darf unser großes Ziel nicht aus dem Blick geraten. Erneuerbare Energien sind ein zentraler Schritt in Richtung Unabhängigkeit.«

In der aktuellen Roadmap »Zum Klimaschutznetz bis 2030» erläutert der VDE FNN, wie durch die enge Kopplung von rechtlichen Vorgaben, Marktanpassungen und Technik-Rollout ein schnellerer Um- und Ausbau der Stromversorgung hierzulande möglich ist.

Energiewende für alle: Ordnungsrahmen schaffen, Kunden einbinden, smart steuern

Der Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes sieht vor, dass Verbrauchseinrichtungen steuerbar gemacht werden. Die Abstimmung des dazugehörigen Ordnungsrahmens wurde Anfang 2021 unterbrochen, so fehlen notwendige Festlegungen. Diese sind Voraussetzung dafür, dass Kunden aktiver Teil des Energiesystems werden können.

»Ist ausreichend Flexibilität gesetzlich geregelt, kann die smarte Steuerung der Anlagen ihre Wirkung voll entfalten«, so Kerber. Im Kern geht es darum, den Stromverbrauch in Zeiten zu verschieben, in denen viel erneuerbare Leistung zur Verfügung steht, und somit gleichzeitige Inanspruchnahme von Lasten zu reduzieren. Intelligente Messsysteme können entsprechende Anwendungen für Wärmepumpen, Wallboxen oder Heimspeicher bei den Endkunden aktivieren. Dazu soll beteiligten Kunden eine Mindestleistung garantiert und in kritischen Situationen ein darüber hinausgehender Leistungsabruf gedrosselt werden.

»Wird für den Kunden transparent, welche Möglichkeiten und wirtschaftlichen Anreize bestehen, können diese über ihre Anschaffungen entscheiden«, meint Kerber.  Durch intelligente Messsysteme liegen Daten zum aktuellen Netzzustand vor und machen deutlich, wo vorhandene Strukturen ausreichen oder gegebenenfalls eine Netzverstärkung notwendig ist.

Last, but not least: Netzbetrieb klimaschonend und nachhaltig organisieren

Damit auch in Zukunft Anlagen und Betriebsmittel langfristig im Einsatz bleiben können, arbeitet der VDE FNN unter anderem an modularen Betriebsmitteln und standardisierten Schnittstellen für Elektro- und Datentechnik. So werden Kosten gespart, Baustellentätigkeiten reduziert und die Umwelt weniger belastet, was einen wichtigen Beitrag zum klimaschonenden Netzbetrieb darstellt.

»Auch hier gilt es, langfristig zu denken. Sind zum Beispiel Smart-Meter-Gateways so konzipiert, dass sie über Updates auf dem neusten technischen Stand gehalten werden können, lässt sich ein Hardware-Austausch hinauszögern«, so Kerber.


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