Grüner H2-Hub in Haren

Regionale Selbstversorgung mit Windstrom und grünem Wasserstoff

27. Januar 2022, 15:24 Uhr | Kathrin Veigel
H-Tec Systems PEM-Elektrolyseur
Der Wasserstoff-Technologie-Experte H-Tec Systems stellt zwei 1-MW-Elektrolyseanlagen für das Förderprojekt Grüner H2-Hub Haren bereit.
© H-Tec Systems

Im emsländischen Haren soll im Zuge des Förderprojekts »Grüner H2-Hub Haren« ein dezentraler Wasserstoffstandort inklusive Speichermöglichkeit aufgebaut werden. H-Tec Systems liefert für die Produktion von grünem Wasserstoff aus Windenergie zwei 1-MW-Elektrolyseanlagen.

Der H2-Hub in Haren zielt auf verschiedene Wasserstoffanwendungen des ländlichen Raums, insbesondere der Landwirtschaft, ab. Zugleich soll mit dem Vorhaben die Eigenenergieversorgungsrate der Stadt Haren (Ems) aus Erneuerbaren Energien maßgeblich gesteigert werden.

Ziel ist die Realisierung eines Modells, das auch für andere ländliche Orte und Regionen in Niedersachsen eine flächendeckende Integration in die H2-Versorgungsinfrastruktur entwickelt und vorbereitet.

Ein entscheidender Ansatz der Sektorenkopplung im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien ist, Windenergie durch PEM-Elektrolyseanlagen mit angeschlossenem Speicher zu verstetigen. Die Produktion von Wasserstoff soll mithilfe einer Elektrolyseanlage erfolgen und neue Nutzungsfelder dieser Energie in Form von Power-to-Gas oder Power-to-Fuel ermöglichen.

Technologie für Vollversorgung aus erneuerbaren Energien

Die Elektrolyseanlage besteht aus zwei ME450/1400-Elektrolyseuren von H-Tec Systems mit einer gemeinsamen nominalen Wasserstoffproduktionsrate von 900 Kilogramm pro Tag und einer nominalen Leistung von je 1 MW. Der grüne Wasserstoff wird mit einer Reinheit von 5.0 produziert und kann mit einem Druck von bis zu 30 Bar an nachgelagerte Verbraucher abgegeben werden. Die Elektrolyseure werden durch Windstrom aus einem neu errichteten Windpark betrieben.

Um kurzfristig den Stromüberschuss zu nutzen und diesen direkt ins Netz einzuspeisen, werden zum einen Batteriespeicher eingesetzt. So fangen zwei Lithium-Ionen-Batterien mit 2 MW Leistung und einer Kapazität von 4 MWh die Leistungsspitzen der Windkraft ab.

Zum anderen wandeln die zwei Elektrolyseure mit insgesamt 2 MW Leistung über die kurzfristige Speicherung hinaus Stromüberschüsse in Wasserstoff um und speisen diesen ins Erdgasnetz ein. Ein Energiemanagementsystem optimiert die Speicherung für die Eigenversorgung Harens.

Energiespeicherung durch Wasserstoff im Gasnetz hat den großen Vorteil, dass große Mengen über einen längeren Zeitraum gespeichert werden können. Das Gasnetz ermöglicht auch den einfachen Transport zum Endverbraucher.

Das Energiesystem inklusive der Elektrolyseure soll im Sommer 2022 in Betrieb genommen werden.


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